Sobald Sie Ihren Nachlass nach Ihren eigenen Vorstellungen geplant haben, geht es darum, sämtliche Wünsche und Regelungen in Ihrem Testament niederzuschreiben. Damit Ihr letzter Wille auch rechtsgültig ist, sollten Sie sowohl formelle als auch inhaltliche Kriterien erfüllen. Hier finden Sie eine praktische Anleitung, die Ihnen hilft, eine professionelle Nachlassverfügung zu erstellen und typische Fehler zu vermeiden.
Schritt 1: Pflichtangaben aufnehmen
Halten Sie zunächst die oben beschriebenen Pflichtangaben in Ihrem Dokument fest. Achten Sie auf eine korrekte und vollständige Angabe von Namen und Erbenbezeichnungen, um Verwechslungen zu vermeiden. Die Adresse der Erben ist nicht zwingend erforderlich, damit Ihr Testament rechtsgültig ist. Sie dient jedoch dazu, die Erben eindeutig zu identifizieren und die Zustellung oder Abwicklung des Nachlasses durch das Nachlassgericht zu erleichtern.
Schritt 2: spezielle Regelungen festhalten
Im zweiten Schritt halten Sie Regelungen und Klauseln fest, die auf Ihre persönliche Situation zutreffen. Dabei kann es sich beispielsweise um diese Punkte handeln:
- Pflichtteilsklausel
- Vor- und Nacherbschaft
- Vermächtnisse
- Teilungsanordnung
- Enterbung
- Auflagen oder Bedingungen
- Unternehmensnachfolge
- wohltätige Zuwendungen
- Auslandsvermögen
- Testamentsvollstreckung
Wichtig: Sollten sich nach der Erstellung Änderungen ergeben (z. B. nach einem wichtigen Lebensereignis, bei Vermögenszuwachs oder bei Änderungen im Erbrecht), gilt es, Ihr Testament unverzüglich anzupassen. In diesem Fall ist es empfehlenswert, eine sogenannte Widerrufsklausel in die neue Version aufzunehmen, mit der Sie alle früheren Verfügungen ausdrücklich widerrufen.
Schritt 3: Angaben überprüfen
Überprüfen Sie sämtliche Angaben auf ihre sprachliche und inhaltliche Korrektheit. Alle Formulierungen müssen klar und eindeutig sein, damit Ihre Verfügung unmissverständlich und rechtlich wirksam umgesetzt werden kann. Widersprüchliche Aussagen oder unpräzise Bezeichnungen können zu Streitigkeiten unter den Erben oder zur Anfechtung Ihres Testaments führen.
Schritt 4: unterschreiben und aufbewahren
Verfassen und unterzeichnen Sie Ihr Testament handschriftlich und leserlich. Gemäß § 2247 des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) ist eine eigenhändige Niederschrift Voraussetzung, um die Gültigkeit des Nachlasses zu garantieren. Die Unterschrift muss zudem Ihren Vor- und Familiennamen sowie Ort und Datum der Testamentserstellung enthalten.
Hinterlegen Sie das Testament an einem sicheren und auffindbaren Ort. Sie können Ihr Dokument an einem feuer- und wasserfesten Ort zu Hause verwahren und eine Vertrauensperson informieren, die im Fall Ihres Todes Zugang zum Testament hat. Alternativ haben Sie die Möglichkeit, Ihr Dokument kostenpflichtig beim Amts- oder Nachlassgericht zu hinterlegen. Dies kann rechtliche Sicherheit und Schutz vor Verlust oder Zerstörung bieten. Darüber hinaus werden die Erben nach Ihrem Tod automatisch benachrichtigt.
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